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ChessBase Magazin 146

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Die gesamte Weltspitze finden Sie auf der ersten Ausgabe des neuen Jahres versammelt! Alle Topspieler waren in den letzten Monaten auf Turnieren aktiv: Magnus Carlsen (Sieger beim Tal-Memorial), Vladimir Kramnik (Sieger des London Chess Classic), Weltmeister Vishy Anand und sein Herausforderer Boris Gelfand, dazu Aronian, Radjabov, Topalov, Karjakin, Ivanchuk, Morozevich, Gashimov, Nakamura, Caruana etc. etc. Und die Liste der Starautoren dieser DVD liest sich kaum anders: Mit Carlsen, Kramnik, Anand, Aronian, Giri, Karjakin, Caruana, Meier, Fridman u.a. kommentieren die besten und erfolgreichsten Spieler ihre aktuellen Partien für Sie. Ein besonderes Highlight dieser Ausgabe sind knapp 10 Stunden Liveanalysen der Spieler von den London Chess Classic. Dazu bietet die DVD mit 11 Eröffnungsartikeln u.a. zu Spanisch, Französisch und Nimzoindisch wieder jede Menge zündende Ideen für Ihr Repertoire.

 

Einleitungsvideos

In seinem Einleitungsvideo blickt Karsten Müller auf die zurückliegenden Topturniere vom November und Dezember zurück und lässt ein paar ausgewählte Highlights Revue passieren, so die entscheidenden Momente der Partie Movsesian-Meier, die der deutschen Mannschaft Gold bei der Europameisterschaft bescherte, sowie Kramniks beeindruckende Gewinnpartie gegen Short beim London Chess Classic. Aus den insgesamt elf Eröffnungsbeiträgen auf der DVD greift Müller zwei heraus, in denen Repertoireideen gegen Spanisch vorgestellt werden. Zum einen Marins Beitrag über die "Bird-Variante" (3...Sd4), und zum anderen Kuzmins Empfehlung 3...a6 4.La4 Sge7.

Dorian Rogozenco beginnt seinen Videorückblick auf das Turniergeschehen mit einer Auswahl interessanter Partiefragmente von der Europameisterschaft, u.a. eine großartige Neuerung im Angenommenen Damengambit von GM Sulskis. Vom Tal-Memorial demonstriert Rogozenco die Entscheidung in der Partie Aronian-Svidler, als Beispiel für den kreativen Spielstil des Armeniers. Zum Abschluss präsentiert Ihnen der rumänische Großmeister Anish Giris Geniestreich aus Reggio Emilia in dessen Bauernendspiel gegen Ivanchuk.

27.12.2011-06.01.2012


Anish Giri

Reggio Emilia 2011/12

Spannender kann ein Schachturnier kaum laufen. In einem Weltklassefeld mit einem Eloschnitt von deutlich über 2700 lagen eine Runde vor Schluss gleich drei Spieler mit derselben Punktzahl in Front. Die Entscheidung fiel im Fernduell - zugunsten von Anish Giri, der seine Schlussrundenpartie als einziger der drei Führenden nicht verlor! Morozevich stellte seine Partie gegen Vitiugov kurz vor der Zeitkontrolle weg, und Nakamura, der in Reggio Emilia schon wie der klare Sieger ausgehen hatte, verlor am Ende des Turniers drei Partien in Serie. Auf der DVD finden Sie alle Partien des Traditionsturniers sowie einen Turnierbericht.


Nakamura,H - Giri,A
Stellung nach 21.Dd3

Im Gegensatz zu Morozevich und Nakamura, die furios ins Turnier starteten, konnte Anish Giri keine seiner ersten vier Partien gewinnen. Angesichts der Dreipunkteregelung, die nun auch in Reggio Emilia Einzug gehalten hat, ein denkbar ungünstiger Start. Dann aber spielte er sich mit drei Siegen aus vier Partien wieder in Sichtweite zu den Führenden. Als wegweisend erwies sich Giris Schwarzsieg gegen den bis dahin führenden Nakamura in der Vorschlussrunde. Der Amerikaner ging in dieser Partie forsch gegen Giris Russische Verteidigung zu Werke. Doch der Holländer hatte mit 11...d5 ganz gezielt eine Neuerung gebracht, die ihm eine flexiblere Stellung verschaffte als das u.a. von Kramnik praktizierte 11...Da5. So gelang es ihm, den weißen Scheinangriff rasch zu neutralisieren und seinerseits Drohungen gegen den weißen König aufzubauen. In der Analyse auf der DVD erläutert Giri, wie er sich in der Brettstellung nach 21.Dd3 mit 21...Sxc3 klaren Vorteil hätte verschaffen können. So musste er sich noch bis ins Endspiel gedulden, das er mit einem Qualitätsopfer für sich entschied. Klicken Sie auf den Link unter dem Diagramm und lassen Sie sich die Partie von Giri Zug für Zug erläutern.


Morozevich,A - Caruana,F
Stellung nach 24...c4

Für Fabiano Caruana lief das Turnier im Prinzip ganz ähnlich wie für Giri. Nach verpatzten Start (nur ein Remis aus drei Partien) durfte auch er in der Schlussrunde noch um den Turniersieg mitspielen, und am Ende belegte er den geteilten zweiten Platz. Auf der DVD kommentiert der Italiener seine Gewinnpartie gegen Morozevich aus der sechsten Runde. Morozevich ging Caruanas Grünfeldinder mit 4.Lg5 und 5.h4 an und kam trotz bereits stark reduzierten Materials zu starkem Druck, weil er den schwarzen König vor der eigenen Bauernkette einzuschnüren vermochte. In der ungewöhnlichen Diagrammstellung links hat der schwarze König keine Luft mehr, aber Weiß kann diesen Umstand nicht für sich nutzen. Nach Caruanas 24...c4 hätte Morozevich mit 25.Le5 (Drohung: Sd4#!) 25...Lxe5 26.Sg5+ Kf6 27.Sh7+ Ke6 28.Sg5+ Dauerschach erzwingen können. Doch er wollte mehr und verlor nach 25.Ta5 bald den Faden und am Ende aufgrund des vorgerückten c-Bauern die Partie.
   
03.12.-12.12.2011


Vladimir Kramnik
4:0 gegen England

London Chess Classic 2011

Das London Chess Classic ging in seiner dritten Auflage erstmals nicht an den Weltranglistenersten Magnus Carlsen. Der Norweger hätte hierfür in der vorletzten Runde schon gegen Anand mit Schwarz gewinnen müssen, doch das gab die Partie nicht her. Stattdessen zog Vladimir Kramnik in derselben Runde mit einem Sieg gegen McShane entscheidend davon. Der Turniersieger hat für diese Ausgabe seinen Schwarzsieg gegen Nigel Short in klassischer Form kommentiert. Dazu finden Sie auf dieser DVD mit ca. 10 Stunden Audioanalysen der Spieler - allesamt erstellt direkt im Anschluss an die Partien - eine Präsentation, bei der Sie nicht nur jede Menge lernen sondern sich auch einen Eindruck von der Persönlichkeit der Spitzenspieler verschaffen können. Eine Auswahl dieser Analysen stellen wir Ihnen in den folgenden Absätzen vor. Die Liste aller Audioanalysen auf der DVD finden Sie unter London Chess Classic.


Short,N - Kramnik,V

Stellung nach 12...Df5

Ausschlaggebend für Kramniks Turniersieg waren seine Siege gegen die vier Engländer im Feld (die restlichen Partien remisierte er durchgehend). Sein erstes Opfer war in Runde zwei Nigel Short, der ihm bei der ersten Auflage des London Chess Classic im Jahre 2009 sehr an den Rand einer Niederlage gebracht hatte. Danach sah es in diesem Jahr zu keinem Zeitpunkt aus. Denn die Stellung verflachte aus der Eröffnung heraus komplett, und in der Brettstellung nach 12...De6-f5 hätte der Damentausch 13.Dxf5 sicherlich zu einem baldigen Remisschluss geführt. Doch der Engländer wollte es offenbar etwas raffinierter haben und zog stattdessen 13.Le7. Dabei entging ihm aber die feine Pointe 13...Dxf3 14.gxf3 a6! Plötzlich ist die Stellung wieder ganz konkret und die meisten Varianten sprechen für Schwarz. Vladimir Kramnik erläutert Ihnen in seiner Analyse die Fehler, zu denen sich Short in der Folge verleiten ließ, und mit welchen ganz einfach wirkenden strategischen Kniffen er die Partie zu seinen Gunsten entschied.


Kramnik - Howell
Stellung nach 19...Lc6

Nach Adams in Runde fünf war der junge Engländer David Howell das nächste Opfer Kramniks. In der Audioanalyse dieser schon in der Eröffnung sehr interessanten Partie zeigt der Exweltmeister teilweise atemberaubend tiefe Varianten, die die Zuschauer und selbst die Co-Kommentatoren merklich in Erstaunen versetzten. Hatte Kramnik nicht tags zuvor noch geäußert, dass er "zum Rechnen zu alt" sei? In der ca. 16-minütigen Analyse führt Kramnik eine Vielzahl aufschlussreicher Überlegungen und Ideen vor, und zeigt, wie er seine Initiative Schritt für Schritt zum entscheidenden Vorteil wandelte. Das Diagramm zeigt vielleicht die Schlüsselstellung in der Partie. Hier ließ Kramnik 20.Lg5 Lxg5 21.Txc5 folgen.


Carlsen und Nakamura
kommentieren
Carlsen - Nakamura

Magnus Carlsen und Hikaru Nakamura waren beide mit jeweils einem Sieg und einem Remis ins Turnier gestartet. Ihr Duell in der dritten Runde hatte daher einen klar richtungsweisenden Charakter. Doch die Partie verlief zunächst wenig spektakulär. Carlsen versuchte es mit der Italienischen Partie, bekam nach eigener Aussage lediglich eine für Weiß angenehmer zu spielende Stellung, jedoch keinen objektiven Vorteil. Aber auch Nakamura war auf den Sieg aus und verzichtete auf eine Vereinfachung nach 29...Sg4. Ein Fehler, der Carlsen ein naheliegendes Qualitätsopfer auf f6 erlaubte. Nach der Unachtsamkeit 34...Ta8? gewann der Norweger mit einem durchschlagenden Königsangriff.


Carlsen - Kramnik
Stellung nach 12...Da6

Die Partien zwischen Kramnik und Carlsen haben es irgendwie immer in sich (s. auch die Partie Kramnik-Carlsen beim Tal-Memorial, ebenfalls auf der DVD). Ihr Aufeinandertreffen kommentieren die beiden Spitzenspieler gemeinsam mit Daniel King in ihrer Post-Mortem-Analyse auf der DVD. Vor allem der spätere Turniersieger äußert sich kritisch zum Verlauf der Eröffnung und erläutert das grundlegende Dilemma, vor das er sich in der Brettstellung nach Carlsens 13.Dd3 gestellt sah. Nach dem Abtausch auf d3 und folgendem Springertausch auf c6 ist die Stellung für Schwarz unangenehmer als es auf den ersten Blick scheinen mag. Er muss versuchen, ein Turmpaar abzutauschen und den weißen Bauernsturm zu unterbinden - doch beides zusammen geht nicht richtig. Klicken Sie auf den Link unter dem Diagramm und genießen Sie diese hochklassige Partie mit den lehrreichen Kommentaren der beiden Stars!


Hikaru Nakamura
kommentiert
Anand - Nakamura

Gänzlich unfreiwillig sorgte Vishy Anand für einen weiteren Turnierhöhepunkt in der vierten Runde. In der scharfen 9.b4-Variante im Klassischen Königsinder gönnte sich Hikaru Nakamura gegen den Weltmeister den Luxus eines Extra-Tempos (h7-h6-h5) und stand wenige Züge später vor den Trümmern seiner Stellung. Doch Anand ging die Sache danach offenbar zu sorglos an. In hochüberlegener Position wendete sich das Blatt um den 25. Zug herum komplett. Urplötzlich erwachten die schwarzen Figuren zum Leben und gegen Nakamuras Sturm am Königsflügel gab es bald keine Verteidigung mehr gab. Für den Weltmeister verlief das Londoner Turnier wie schon zuvor das Tal-Memorial enttäuschend. Bei nur einer Gewinnpartie gegen Nigel Short erreichte er wie zuvor in Moskau nur 50%. Nakamura schildert seine Eindrücke von dieser Partie in der Audioanalyse.


Nakamura - Howell
Stellung nach 26...Dc6

Abgesehen von McShane, der sogar im Vorderfeld mitmischte und einen sehr guten vierten Platz belegte, erging es den Engländern erwartungsgemäß meist schlecht. Ein Beispiel hierfür ist Howells Niederlage gegen Nakamura in Runde 5. Der Amerikaner erreichte aus der Englischen Eröffnung mit 3.g3 heraus leichte Initiative, doch Howell verteidigte sich lange Zeit umsichtig. In einer objektiv ausgeglichenen aber reichhaltigen Stellung beging der Engländer - so das Urteil der beiden Spieler in der Audioanalyse - mit 26...Dc6 den entscheidenden Fehler (Diagramm). Zwar setzte Nakamura mit 27.Tb1 Ta8 28.Txa8 mit 29.Lg2 nicht optimal fort (29.Te1 Kf8 30.Lxh6 gewinnt sofort), doch es reichte aus, um die Partie in ein klar gewonnenes Endspiel zu überführen.


Carlsen kommentiert
Carlsen - Adams

Noch schlechter als Howell erging es dieses Jahr Michael Adams. Mit drei Remisen und fünf Niederlagen belegte er am Ende den letzten Platz. Natürlich wäre auch bei ihm mehr drin gewesen. Ähnlich wie Howell in der Partie oben erreichte Adams z.B. gegen Carlsen mit Schwarz eine ordentliche Stellung, aber irgendwann entging ihm ein wichtiges Detail (35...Sc4? - 36.Txd5 und Schluss). Carlsen, der mit dieser Partie nicht besonders zufrieden war, verblüfft in seiner gewohnt lakonisch vorgetragenen Audioanalyse seinen Co-Kommentator Daniel King mitunter mit überraschend positiven Einschätzungen seiner Stellung: "Now I was fairly happy, I thought that White might be slightly better here." "Really?" "Yeah." "Really? Even with the Queen on e1?"...


Short - McShane
Stellung nach 13.Lh3

Ein weiterer "Hingucker" in London war die Schlacht zwischen Short und McShane im Königsgambit, auch im Hinblick auf die äußerst kurzweilige Audioanalyse mit Nigel Short im Anschluss an die Partie. Hier erfahren Sie z.B. unter welchen Bedingungen Sie diese "lausige Eröffnung" spielen können und warum das Königsgambit doch okay ist. In der Partie selbst konnte Short nur anfangs etwas Wirbel entfachen. Doch McShane behielt stets die Übersicht und brachte seinen König in der Brettstellung mit 13...Sxe3 14.Txe3 0-0 15.Se4 Sf6 in Sicherheit und sich auf die Siegerstraße. Am Ende entschieden seine vier verbundenen Freibauern am Königsflügel die Partie.
   
16.11.-25.11.2011


Magnus Carlsen
Noch ein Pokal!

Moscow Tal Memorial 2011

Das Tal Memorial in Moskau dürfte einen festen Platz in der Geschichte der Schachturniere erobert haben. Mit Anand, Carlsen, Aronian und Kramnik waren vier Spieler mit über 2800 Elo am Start, dazu der WM-Herausforderer Gelfand und mit Karjakin, Nakamura und Nepomniachtchi drei junge Talente und - für die Zukunft - mögliche Kandidaten für den WM-Thron. Turniersieger wurde aufgrund eines ungewöhnlichen Reglements Magnus Carlsen, der wie Aronian auf 5,5 aus 9 kam aber dank der größeren Anzahl von Schwarzpartien zur Nummer 1 erklärt wurde. Immerhin gewann der Armenier in Moskau weitere Elopunkten hinzu und liegt in der FIDE-Rangliste (Stand Januar 2012) auf Platz zwei, vor Kramnik und Anand.


Gelfand und Anand
Bald wieder in Moskau

Das Aufeinandertreffen von Weltmeister und Herausforderer lief beim Moskauer Turnier ohne großes Säbelrasseln ab. In der Schlussrunde gingen Anand und Gelfand bald mit einem Remis auseinander. Für beide Akteure war das Turnier insgesamt eine Enttäuschung. Keinem von beiden gelang eine Gewinnpartie, und Gelfand musste gegen Carlsen und gegen Karjakin eine Niederlage einstecken. Diese beiden Verlustpartien Gelfands finden Sie jeweils mit den Kommentaren der Sieger auf der DVD.


Carlsen,M - Gelfand,B
Stellung vor 18...Sg4

Als "eine meiner spannendsten Partien der letzten Zeit" bezeichnet Magnus Carlsen seine Gewinnpartie gegen Gelfand zum Abschluss seiner Analyse. In der Tat handelt es sich um eine von beiden Seiten hochklassig geführte und äußerst komplexe Partie. Carlsen nötigte seinen Gegner mit dem subtilen 13.Dc2 zunächst dazu, seinen König lang zu rochieren. Doch danach setzte Gelfand zunächst die Akzente und gewann nach 18...Sg4 19.cxb7+ Kb8 20.gxh4 Th1+ 21.Kf2 Txa1 die Qualität. Manch anderer wäre in dieser Stellung mit Weiß vielleicht nervös geworden. Nicht jedoch Carlsen, der vom "ungewöhnlichen Charakter der Stellung fasziniert und ziemlich aufgeregt" gewesen sei. Wie gut der junge Norweger solche Stellungen zu spielen versteht (24.g5!), musste Gelfand anschließend leidvoll erfahren. Klicken Sie auf den Link unter dem Diagramm und genießen Sie die Analysen des Weltranglistenersten!


Gelfand,B - Karjakin,S
Stellung vor 32.Tc7

Einen erwarteten Ausflug in die Katalanisch-Theorie unternahmen Gelfand und Karjakin in der dritten Runde. In einer Stellung, die Karjakin bereits gegen Ivanchuk, Eljanov und Caruana auf dem Brett hatte, brachte der Isreali die Neuerung 16.Td3 mit der Idee, den Turm vor den eigenen Bauern an den Königsflügel zu platzieren. Wie Sergey Karjakin in seiner Analyse verdeutlicht, stellt dieses Manöver Schwarz jedoch vor keine ernsten Probleme. Vielmehr war Vorsicht geboten. In der Diagrammstellung links zog Gelfand den natürlich wirkenden Angriffszug 32.Tc7 und geriet prompt ins Hintertreffen. Denn Karjakin konterte mit 32...Tbd8. Der Clou: 33.Tbxg7 scheitert an 33...Tg8 mit Figurengewinn. In der Partie biss Gelfand mit 33.e4 in den sauren Apfel, doch nach 33...Lf8 34 Dc3 b4 stand Schwarz bereits deutlich besser.
03.11.-11.11.2011


Das deutsche Team
We are the champions!

 

Europa-Mannschaftsmeisterschaft 2011

Der größte Erfolg des deutschen Schachsports seit über 70 Jahren fiel auf ein einprägsames Datum: Am 11.11.11 besiegelte die Mannschaft aus Arkadij Naiditsch, Georg Meier, Jan Gustafsson, Daniel Fridman und Rainer Buhmann mit einem 2,5:1,5-Sieg gegen die amtierenden Mannschaftsweltmeister aus Armenien den Gewinn der Europameisterschaft 2011. Ein Blick auf die Liste der Nationen, die das deutsche Team auf seinem Weg zum Titel besiegen konnte, macht deutlich, dass dieser Erfolg nicht anders als verdient bezeichnet werden muss: Mit Ungarn, der Ukraine, Aserbaidschan und Armenien wurden gleich vier Großmächte aus dem Weg geräumt. Nur ein Topfavorit "fehlte" den Deutschen als Gegner: Russland. Das Team um Grischuk und Svidler fiel einmal mehr frühzeitig aus dem Rennen und verfehlte mit Platz 5 erneut die Medaillenränge.


Georg Meier
Matchwinner gegen Armenien

Ein Markenzeichen des deutschen Erfolges war die geschlossene Mannschaftsleistung. Kein Spieler fiel leistungsmäßig ab, und ein jeder durfte sich mindestens einmal als Matchwinner fühlen. In der letzten und alles entscheidenden Runde wies Rustam Kasimdzhanov, der bei der EM als Eröffnungstrainer exzellente Arbeit für das deutsche Team leistete, diese Rolle Georg Meier zu, der mit Schwarz gegen Movsesian anzutreten hatte. Die Marschroute sah zudem vor, die restlichen drei Partien Remis zu halten. Und genau so kam es auch!


Movsesian,S - Meier,G
Stellung nach 22...Se6

Georg Meier kommentiert diese Schlüsselpartie der letzten Runde für Sie auf der DVD und geht dabei auch auf die besonderen Umstände ein. Der Deutsche wählte natürlich wieder die Französische Verteidigung, verzichtete aber auf seine Rubinstein-Variante, um eine "volle Partie" zu erreichen. Das machte sich schon rasch bezahlt, denn Movsesian fand in der von ihm selbst eingeschlagenen Nebenvariante kein richtiges Konzept. Nach dem Fehler 15.Lh3 verriegelte Meier das Zentrum sofort mit 15...f5 und erhielt exzellentes Spiel am Damenflügel. Nur wenige Züge später - nach 22...Se6 (Diagramm) - steht Schwarz allein aufgrund des positionellen Vorteils bereits klar auf Gewinn. Klicken Sie auf den Link unter dem Diagramm und genießen Sie die Gewinnführung und Analysen des deutschen Großmeisters. Ebenso wichtig wie dieser Sieg war Jan Gustafssons Schwarzremis gegen Sargissian. Bis zum Schluss musste der Hamburger Großmeister kämpfen, um sein Remis und damit die Goldmedaille unter Dach und Fach zu bringen. In seiner Endspielrubrik würdigt Karsten Müller u.a. Gustafssons Endspieltechnik sowie zwei weitere deutsche Glanzleistungen bei der EM.


Mamedyarov,S - Fridman,D
Stellung nach 30...Tgb4

Mit Daniel Fridman hat ein weiterer Goldmedaillengewinner zwei seiner Partien für dieses CBMagazin kommentiert. In der vorletzten Runde gegen die natürlich ebenfalls favorisierten Aserbaidschaner musste er sich mit Mamedyarov der aktuellen Nr. 14 der Weltrangliste zu Wehr setzen. Ein gutes Omen: bei ihren bisherigen Aufeinandertreffen bei der EM 2009 und beim FIDE World-Cup 2010 konnte Fridman alle seine Schwarzpartien remisieren. In der Eröffnung lief auch alles nach Plan, doch in der kritischen Stellung nach 17.Dxd5 setzte Fridman zu passiv fort und manövrierte sich zwei Züge später aufgrund einer Fehleinschätzung in arge Bedrängnis. In der Brettstellung links hätte Mamedyarov mit 31.Ld3 den Abtausch eines Turmes unterbinden und seinen Vorteil konservieren können. Nach dem Textzug 31.Td1 hingegen erreichte Schwarz mit 31...Tb1 Ausgleich. In seiner Analyse schildert Daniel Fridman seinen packenden und am Ende erfolgreichen Überlebenskampf mit Turm gegen Springer+Läufer.


Aktuelle Theorie
von Mihail Marin

Auf der DVD finden Sie alle 684 Partien der Europameisterschaft. GM Mihail Marin hat die interessantesten theoretischen Neuerungen und Entwicklungen in einer Eröffnungsübersicht für Sie zusammengestellt. Schwerpunkte bilden erneut das Damengambit in seinen verschiedenen Spielarten, das klassische Nimzo-Indisch mit 4.Dc2, der weiße Versuch mit Lg5 gegen Grünfeld-Indisch Vorteil zu erreichen, Französisch und Spanisch (in erster Linie die Steinitz-Variante). Aber auch zu vielen anderen Systemen verweist Marin auf interessante Partien aus Porto Caras und lässt oft eigene Bewertungen in seine Anmerkungen einfließen.


Sutovsky,E - Adams,M
Stellung nach 30...Dc6

Den Preis für das beste erste Brett strich Michael Adams mit 6,5 aus 9 und einer Elo-Performance von 2841 ein. Emil Sutovsky hat seine Weißpartie gegen den Engländer analysiert und hadert darin mit den vertanen Chancen. "Mickeys" Marshall ging der Israeli mit dem zuletzt immer populäreren 6.d3 aus dem Wege und legte die Partie gemäß seiner Vorbereitung sehr positionell an. Wenn man die Partie einfach so nachspielt, hat man den Eindruck, dass nicht viel passiert ist. Sutovsky weist in seiner Analyse aber auf eine Reihe positioneller Nuancen hin. Tatsächlich hatte er - so sein Fazit - in der Brettstellung die Entscheidung in der Hand. Anstelle des Textzuges 31.Te6, der alsbald zum Remisschluss führte, hätte ihm 31.Sh4 Te8 32.Txe8 Dxe8 33.b3! eine "strategisch gewonnene" Stellung beschert.




Stellung nach 5...Db6
Warum ist der Damenzug an dieser Stelle einfach schlecht?
Siehe Eröffnungsfalle

Von der Eröffnungsfalle bis zur Endspielstudie

Training im ChessBase Magazin beginnt mit den allerersten Zügen und umfasst alle Phasen einer Schachpartie. Die aktuellen 11 Eröffnungsartikel mit vielen Ideen und Anregungen für Ihr Repertoire finden Sie auch oben bei den Links. Die Eröffnungsfalle von Rainer Knaak (inklusive Fritztrainer-Video) enthält diesmal eine Sizilianisch-Falle (B33), siehe Diagramm links. Im Videoformat sind auch die Eröffnungsbeiträge von Leonid Kritz (Französisch Winawer-Variante), Valeri Lilov (Londoner System) und Adrian Mikhalchishin (Nimzoindisch) erstellt worden. Diese Videos finden Sie in der Rubrik 146 Fritztrainer. Das Thema von Peter Wells in seiner Strategie-Kolumne lautet: "Prophylaxe verstehen". In Daniel Kings Dauerbrenner Move by Move steht eine Partie mit dem Torre-Angriff auf dem Trainingsplan. Und in den Rubriken Taktik (Thema: Sekt oder Selters) und Endspiel (Thema: Turmendspieltechnik) haben Oliver Reeh und Karsten Müller wieder das Beste aus der aktuellen Turnierpraxis für Sie zusammengestellt.

Eröffnungs-Übersichten

 

Carlstedt: Englisch A11

1.c4 c6 2.g3 d5 3.Sf3 Sf6 4.Lg2 dxc4

 

Weiß muss zunächst einige Mühe aufwenden, um den Bauern zurückzugewinnen. Schwarz kann die Zeit nutzen und es ergeben sich teilweise sehr scharfe Varianten, bei denen die besseren Kenntnisse den Ausschlag geben können.

Stohl: Alt-Benoni A44

1.d4 c5 2.d5 e5 3.e4 d6

 

Schwarz strebt hier den Tausch der schwarzfeldrigen Läufer mit Le7-g5 an, auf 4.Sc3 Le7 5.Sf3 ist er sogar bereit, seinen guten Läufer mit 5...Lg4 6.h3 Lxf3 herzugeben, um den schlechteren loszuwerden. Igor Stohl zeigt gleiche mehrere bequeme Wege zu weißem Vorteil.

Schipkov: Holländisch A98

1.d4 f5 2.c4 Sf6 3.Sf3 e6 4.g3 Le7 5.Lg2 0-0 6.0-0 d6 7.Sc3 De8 8.Dc2

 

Die Dame sofort nach c2 zu stellen ist natürlich auch mit dem Plan verbunden, e2-e4 schnell zu realisieren. Aber es hat sich gezeigt, dass Schwarz dies einfach zulassen kann, z.B. mit 8...Dh5, und Weiß trotzdem keinen Vorteil erreicht.

Grivas: Sizilianisch B33

1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Db6 5.Sb3 Sf6 6.Sc3 e6 7.Ld3 d6 8.Le3 Dc7 9.f4 a6 10.De2

 

Bei diesem weißen Aufbau lässt Weiß noch offen, wohin er rochiert. Doch der geringe Druck den die weiße Dame auf der e-Linie erzeigt, ist weniger wertvoll, als dass die Dame zum Beispiel von f3 nach h3 gehen könnte, womit vermutlich 10.Df3 sinnvoller ist.

Kritz: Sizilianisch B39

1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 g6 5.c4 Lg7 6.Le3 Sf6 7.Sc3 Sg4

 

Wenn man den Maroczy-Aufbau spielen will, muss man die Variante mit 7...Sg4 kennen. Das Spiel teilt sich nach 8.Dxg4 Sxd4 9.Dd1, worauf 9...e5 eigentlich nur schwächt, während Weiß nach 9...Se6 schon wissen sollte, wie er zu besserem Spiel gelangt.

Moskalenko: Französisch C02

1.e4 e6 2.d4 d5 3.e5 c5 4.c3 Sc6 5.Sf3 Db6 6.a3 Sh6

 

Viktor Moskalenko ist überzeugt davon, dass man den Punkt d4 unverzüglich angreifen soll. Weiß spielt im Diagramm meistens 7.b4 und nach 7...cxd4 analysiert der Autor die Abspiele 8.cxd4 Sf5 sowie den Zwischentausch 8.Lxh6.

Marin: Spanisch C61

1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 Sd4 4.Sxd4 exd4

 

Mihail Marin präsentiert ein Repertoire für Schwarz mit der Bird-Variante. Zwar ist nicht überall Ausgleich garantiert, aber die Abspiele sind spielbar und können einen unvorbereiteten Gegner mit ihm völlig unbekannten Stellungstypen konfrontieren.

Kuzmin: Spanisch C70

1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 a6 4.La4 Sge7

 

Der Autor ist der Meinung, dass erst 3...a6 und dann 4...Sge7 genauer ist. Auf 5.Sc3 soll 5...d6 folgen mit Motiven aus der Steinitz-Verteidigung. Auch auf 5.d4 exd4 6.Sxd4 kommt nicht das Fianchetto, sondern am besten 6...Sxd4 7.Dxd4 Sc6.

Breutigam: Tarrasch-Verteidigung D32

1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sc3 c5 4.cxd5 exd5

 

Im dritten Teil seines Schwarz-Repertoires mit der Tarrasch-Verteidigung untersucht Martin Breutigam das Marshall-Gambit und frühes Schlagen auf c5. Nur Letzteres ist kritisch, vor allem dann, wenn Weiß zunächst 5.Sf3 Sc6 spielt und erst dann 6.dxc5.

Postny: Damengambit D37

1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sc3 Le7 4.Sf3 Sf6 5.Lf4 0-0 6.e3 Sbd7 7.Le2

 

Levon Aronian hat 7.Le2 (statt 7.c5) auf höchster Ebene eingeführt, und vor allem hat er auf 7...dxc4 als Erster 8.0-0 gespielt. Ihm gelang es, seine Gegner unter Druck zu setzen, aber alle Partien endeten remis. Evgeny Postny untersucht auch die nicht aufs Brett gekommenen Varianten.

Schandorff: Nimzoindisch E39

1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sc3 Lb4 4.Dc2 0-0 5.Sf3 c5 6.dxc5 Sa6 7.c6

 

Der Zug 7.c6 ist eine Idee von Alexander Morozevich, der diesen bizarren Zug mehrfach höchst erfolgreich angewendet hat. Dabei variiert der Russe nach 7...dxc6 und brachte zunächst 8.a3, aber später 8.g3 sowie 8.e3 aufs Brett.