ChessBase Magazin 147

ChessBase Magazin 147
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Den Reigen der Weltklasseturniere eröffnete auch in diesem Jahr der Klassiker in Wijk aan Zee. Mit Magnus Carlsen und Levon Aronian waren die beiden Führenden der Weltrangliste am Start. Das Rennen machte in einem hochklassigen Event mit vielen entschiedenen Partien diesmal der Armenier. Neben Aronian und Carlsen kommentieren Caruana, Radjabov, Karjakin und van Wely ihre stärksten Partien aus Wijk. Das zweite Turnierhighlight der Ausgabe ist das von Jahr zu Jahr besser besetzte Open in Gibraltar. Für die Sensation sorgte Hou Yifan, die gemeinsam mit Nigel Short den ersten Platz belegte und dabei Gegner wie Shirov, Le Quang und ... Judit Polgar besiegte. Die Weltmeisterin kommentiert auf der DVD ihr historisches Duell mit der noch immer (?) stärksten Spielerin der Welt. Zudem bietet die DVD mit 13 Eröffnungsartikeln wieder zahlreiche Repertoireideen und Spielvorschläge, u.a. eine Waffe gegen das Wolga-Gambit (4.Sf3), eine strategische Empfehlung gegen die Sizilianische Maroczy-Verteidigung, eine Wiederentdeckung in der Französischen Vorstoßvariante und eine völlig neue Entwicklung in der Abtauschvariante des Damengambits.

 
 

Einleitungsvideos

Lassen Sie sich von GM Karsten Müller im Einleitungsvideo einen Überblick über die vielfältigen Angebote dieser DVD geben. Von den entscheidenden Momenten der Spitzenturniere über ausgewählte Eröffnungsartikel (diesmal zwei Repertoirevorschläge für 1.d4-Spieler: Angenommenes Slawisch mit 8.Le2 und Anti-Wolga-Gambit mit 4.Sf3) und Daniel Kings Kolumne "Move by Move" bis hin zur Taktikrubrik von Oliver Reeh und der Eröffnungsfalle von Rainer Knaak. Schauen Sie rein und lassen Sie sich vom Hamburger Großmeister auf die DVD einstimmen. Über die Linkliste auf der linken Seite gelangen Sie direkt zu den Trainingsrubriken Ihrer Wahl.

Den Schwerpunkt in Dorian Rogozencos Videorückblick auf das Turniergeschehen der letzten beiden Monate bildet das Superturnier in Wijk aan Zee. Mit Aronian-Caruana, Carlsen-Aronian und Carlsen-Karjakin führt er drei der besten und eröffnungstheoretisch wichtigsten Partien des Turniers vor und erklärt Ihnen die entscheidenden Motive. Von der "Heldin von Gibraltar", der Weltmeisterin Hou Yifan, zeigt Rogozenco einen starken Mattangriff gegen Le Quang Liem. Und auch vom dritten Spitzenturnier, dem Aeroflot-Open in Moskau, präsentiert der rumänische Großmeister eine beeindruckende Kurzpartie des Turniersiegers Mateusz Bartel.

24.01.-02.02.2012


Nigel Short
Gibraltar zurückerobert

Gibraltar Open 2012

Nach einem zweiten Platz im Vorjahr (hinter Ivanchuk) sorgte Nigel Short dieses Mal für einen englischen Sieg beim zehnten Tradewise-Schachfestival in Gibraltar. Zusammen mit seinem Landsmann Michael Adams hatte er lange Zeit das Feld angeführt, doch es war die Weltmeisterin Hou Yifan, die nach einer furiosen Siegesserie vor der letzten Runde alleine in Front lag. Mit einem Sieg in der Schlussrunde zog der Engländer mit der Chinesin gleich und erzwang damit einen Blitz-Tiebreak. Hier gewann Short dank seiner größeren Erfahrung die erste von zwei Blitzpartien und sicherte sich durch ein Remis anschließend den Turniersieg.


Sasikiran,K - Short,N
Stellung nach 29.Lh1

In der letzten Runde ging der Engländer gegen Krishnan Sasikiran mit der Benoni-Verteidigung (ohne das übliche ...a6) volles Risiko. Benoni-Kenner Mihail Marin hat diese Partie auf der DVD kommentiert und zeigt sich beeindruckt von Shorts Eröffnungsbehandlung und seiner Neuerung 10...h6. In der Brettstellung legte der Engländer geschickt taktische Fallstricke aus. Das Kalkül ging auf. Nach 28...Lg7-f6 übersah der indische GM eine taktische Pointe und nahm mit 29.Lh1 seinem König das Fluchtfeld h1. Shorts Replik 29...Se5 passt gut in die Kategorie der "Protected Squares", der Maurice Ashley die erste DVD in der Reihe "What Grandmasters don't see" gewidmet hat. Auch hier übersah Weiß den gewinnbringenden taktischen Schlag, weil der Springer "einfach" auf ein von einem gegnerischen Bauern bedrohtes Feld zieht. Das Schlagen des Springers verbietet sich jedoch auf jeden Fall. Denn nach 30.fxe5 Lxe5+ 31.Tf4 Lxf4 hat Schwarz Qualität + Bauern mehr. Doch auch nach dem Textzug 30.Tfg3 fällt der weiße Bauer auf c4 mit Gewinnstellung für Schwarz.


Hou Yifan
Überstrahlte alle

Die Überraschung des Schachfestivals in Gibraltar war ohne Frage Hou Yifan. Die Weltmeisterin setzte sich gegen stärkste Gegnerschaft durch und belegte am Ende nicht nur den geteilten ersten Platz sondern erreichte mit 2842 die beste Elo-Performance aller Teilnehmer. Zu ihren Opfern gehörten u.a. Le Quang Liem, Alexei Shirov und Judit Polgar. Und selbst in der Schlussrunde boten sich ihr im Endspiel gegen Shakhriyar Mamedyarov noch Chancen, die sie allerdings nicht zu nutzen vermochte.


Hou,Y - Polgar,J
Stellung nach 13.Thd1

Die bedeutendste Gewinnpartie gelang der Weltmeisterin im Duell gegen Judit Polgar, die im Gegensatz zu allen anderen Topspielerinnen prinzipiell nicht bei reinen Frauenturnieren antritt. Kein Wunder, dass sich Hou Yifan gerade für die Analyse dieser Partie auf der DVD entschieden hat. Die Ungarin wartete in der Eröffnung mit dem seltenen 6...Sge7 in der Sizilianischen Paulsen/Taimanov-Variante auf. Wie Hou Yifan in ihrem Kommentar erläutert, entschied sie sich, die Partie strategisch anzulegen und auf die Schwäche des Feldes d6 zu setzen. In der Brettstellung hatte sie gerade 13.Thd1 gespielt. Es folgte 13...Sf4 14.Lf3. Doch was wäre jetzt nach 14...Sd5 geschehen? Hou Yifans Analyse reicht bis ins Turmendspiel mit dem Fazit "Ausgleich". Doch es kam anders. Polgar ging mit 14...Tb8 gefolgt von g7-g5 und d7-d5 forsch zu Sache und überspannte mit 20...d4 den Bogen. Klicken Sie hier oder auf den Link unter dem Diagramm und spielen Sie die Partie mit den Analysen der jungen Weltmeisterin nach!


Gopal,G - Bologan,V
Stellung nach 18...f6

Auf ein gelungenes Turnier kann auch Viktor Bologan zurückblicken. In der letzten Runde sicherte er sich mit einem Remis gegen Michael Adams den geteilten dritten Platz. Bologan, der bereits einige Fritz-Trainer-DVDs zu klassischen Eröffnungen aufgenommen hat - darunter Sizilianisch, Katalanisch, Königsindisch und Caro-Kann -, kommentiert auf dieser DVD zwei seiner besten Partien aus Gibraltar. In der Partie Gopal-Bologan wählte der Moldawier einmal mehr die Caro-Kann-Verteidigung und griff in der Vorstoßvariante zu einem seltenen Aufbau mit Sg8-e7, h7-h6 und Lf5-g6. In der Brettstellung links hebelte Bologan mit 18...f7-f6 das weiße Zentrum auf und gewann daraufhin dank der aktiver platzierten Figuren die Initiative. - In der Partie Bologan,V - Dvirnyy,D fuhr der Moldawier im Königsindischen Angriff am Ende unter Mithilfe seines Gegners den vollen Punkt ein.


Le Quang,L - Felgaer,R
Stellung vor 39.Td7

Alles in allem zufrieden zeigte sich auch der vietnamesische GM Le Quang Liem mit seinem Abschneiden. Auf der DVD kommentiert er mit Le Quang-Felgaer seine beste Partie des Turniers. In einer Nebenvariante der Slawischen Verteidigung (6.Sb1) betraten die Kontrahenten bereits im neunten Zug völliges Neuland. Aus der Eröffnung heraus forcierte er ein Endspiel mit Initiative und später zwei gefährlichen Freibauern. Mit Weitblick entschied Le Quang die Partie in der nebenstehenden Brettstellung zu seinen Gunsten. Mit 39.Td7 bereitete er den Turmtausch (39...Lg1 40.Td1) vor, und das resultierende Endspiel ist für Weiß forciert gewonnen. Wenn Sie es nicht glauben, laden Sie die Partie und spielen Sie sie mit den Anmerkungen des Siegers nach!

14.01.-29.01.2012


Levon Aronian
Die Nr. 2 der Welt
 

Wijk aan Zee 2012

Die ganz große Spannung kam beim Tata Steel Turnier in Wijk dieses Jahr nicht auf. Zu deutlich war die Dominanz von Levon Aronian. Der Armenier erlaubte sich drei Runden vor Schluss gegen Navara zwar einen Ausrutscher und ließ seine Verfolger noch einmal Hoffnung schöpfen. Doch ein Sieg über Gelfand sowie ein Kurzremis gegen Radjabov in der Schlussrunde machten seinen Triumph mit einem ganzen Punkt Vorsprung perfekt. Aronian holte 9 Punkte aus 13 Partien und erzielte dabei nicht weniger als sieben Siege. Die Plätze zwei bis vier teilen sich Carlsen, Radjabov und Caruana mit jeweils acht Punkten. Auf der DVD kommentieren mit Aronian Carlsen, Caruana, Radjabov und Karjakin die Top-Spieler ihre besten Partien für Sie.


Giri,A - Aronian,L
Stellung vor 41...Se1

Eine der spektakulärsten Gewinnpartien gelang Levon Aronian mit Schwarz gegen Anish Giri, dem es in Wijk nicht gelang, an seinen Erfolg in Reggio Emilia anzuknüpfen. Der Turniersieger kommentiert diese Partie höchstpersönlich auf der DVD. Im Damengambit versuchte es Giri mit einer noch relativ neuen Idee (7.Le2), die allerdings maßgeblich von seinem Kontrahenten in die Turnierpraxis eingeführt wurde. Kein Wunder also, dass Aronian bestens mit der rasch an Komplexität gewinnenden Stellung vertraut war. Bereits im Vorjahr hatte er die Varianten bis über den 16. Zug hinaus analysiert und war zu der Überzeugung gelangt, dass Schwarz mach dem positionellen Qualitätsopfer 13...Txf3 nicht nur keinen Nachteil, sondern sogar das leichtere Spiel hat. Giri hingegen fand sich in der Stellung nicht zurecht und stand laut Aronian bereits nach 23.Th1 auf Verlust. Die endgültige Entscheidung erzwang der Armenier in der Diagrammstellung mit dem eleganten Mattangriff 41...Se1.


Aronian,L - Kamsky,G
Stellung vor 26.Sd4

Eine technisch brillante Vorstellung lieferte Aronian zudem gegen Kamsky ab. Aus einem Klassischen Grünfeldinder erreichte er leichten Vorteil. In der Brettstellung links mit einer weißen Bauernmehrheit am Damen- und einer schwarzen am Königsflügel zog der spätere Turniersieger 26.Sd4 und forcierte damit den Abtausch einer der schwarzen Schlüsselfiguren, des schwarzen Springers auf c6. Grünfeld-Experte Michal Krasenkow hat die Partie auf der DVD analysiert und moniert in erster Linie, dass Kamsky die Chance zur Stellungsvereinfachung durch Abtausch der Türme gleich mehrfach ausließ. Aronians Technik im Endspiel mit Turm + Springer erfährt hingegen höchstes Lob, und schließlich war es der frühzeitig vorgerückte Kandidat auf c5, der mit dem Zug 58.c6 die Partie sofort beendete.


Aktuelle Theorie
von Mihail Marin

Die Partien aus Wijk aan Zee boten wieder jede Menge Zündstoff und neue Ideen für die Eröffnungstheorie. GM Mihail Marin hat das Material gesichtet und die interessantesten theoretischen Trends in einer ausführlichen Übersicht für Sie zusammengestellt. Von den Schlachten in der Berliner Verteidigung und der in Bredouille geratenen Russischen Verteidigung über Nakamuras Drachen-Variante und das wieder populäre Französisch bis hin zum Abgelehnten Damengambit (das Aronian gleich viermal erfolgreich verteidigte) und den Spielarten der Grünfeld-Indischen Verteidigung.


Magnus Carlsen
Diesmal nicht gut genug

Magnus Carlsen war der einzige, der Aronians Tempo über einen gewissen Zeitraum folgen konnte. In Runde 3 gelang ihm im direkten Duell sogar ein Sieg (s. Karsten Müllers Video-Analyse in der Endspielrubrik), doch der Armenier machte den Rückstand umgehend wieder wett. Nach acht Runden lagen beide Spieler mit 5,5 Punkten gleichauf, doch dann trennten sich die Wege. Carlsen, der auch in Wijk des öfteren Alles oder Nichts spielte, verlor mit Weiß gegen Karjakin (s. u. Karjakins Analyse), und so konnte Aronian seinen Begleiter mit einem Sieg über Caruana endgültig abschütteln.


Carlsen,M - Gashimov,V
Stellung nach 48...Lg1

Für diese Ausgabe von ChessBase Magazin hat sich der Weltranglistenerste seine Begegnung mit Vugar Gashimov zur Analyse ausgesucht, weil ihm diese Partie noch besser gefalle als seine Siege gegen Aronian oder Topalov. Die Partie stammt aus der ersten Runde des Turniers und ist ein weiterer Beleg für die technischen Fähigkeiten des jungen Norwegers. Carlsen eröffnete mit 1.Sf3 und sah sich bald - wie er erwartet hatte - einem Igel-Aufbau gegenüber. Carlsen geht auch ausführlich auf die Eröffnung ein und verweist auf Ulf Andersson, dessen Ideen er in der Partie bis ins Mittelspiel hinein adaptiert habe. Nicht zuletzt dank zweier kunstvoller Manöver seines Königsspringers erhielt Carlsen nach Abtausch der Damen klar die Oberhand. Wie Carlsen in der Analyse anmerkt, hätte er in der Brettstellung mit 49.Tc1 Ld4 50.f5 gxf5 51.Lxf5 die Partie bereits entscheiden können, denn nach 51...Se6 52.Ke4 Te2+ 53.Kd5 verliert Schwarz eine Figur. Klicken Sie auf den Link unter dem Diagramm und spielen Sie diese strategische Glanzpartie mit den Kommentaren Carlsens nach.


Sergej Karjakin
Fifty-fifty

Sergey Karjakin hatte zu Beginn des Turniers einen schweren Stand. Erst wurde er im Spanier mit den weißen Steinen von Aronian ausgespielt, und im Anschluss verlor er mit Schwarz gegen Caruana. Doch der junge Russe zeigte in Wijk Spiel- und Kampfeslust und schlug mit zwei Gewinnpartien zurück. Am Ende schaute ein alles in allem zufriedener Karjakin auf ein Turnier mit vielen Turbulenzen (nur drei Remisen und einem Score von 50 %) zurück.


Carlsen,M - Karjakin,S
Stellung nach 17...d4

Auch wenn er selbst nicht mit um den Turniersieg mitspielen konnte, steuerte Karjakin mit seinem Schwarzsieg gegen Carlsen seinen Anteil zur Entscheidung bei. Auf der DVD kommentiert er diese zudem spektakuläre Begegnung, in der ein vorgerückter Freibauer auf der d-Linie zum Dreh- und Angelpunkt avancierte. In der Brettstellung links hat sich der schwarze d-Bauer bereits zum Freibauern gemausert. Hier setzte Carlsen mit 18.Se4 zu optimistisch fort. Karjakin tauschte nun auf e4 und setzte mit dem überraschenden 19...d3 fort. Das Schlagen auf a8 verbietet sich nun wegen der taktischen Finesse 20...d2 21.Lc6 Dd4+ 22.Kh1 dxe1D 23.Dxe1 Sd3 24.Df1 Te6 25.Tc2 Sxf4. Doch auch nach dem Textzug 20.Tc4 erhöhte Karjakin in der d-Linie zunächst massiv den Druck und wickelte am Ende in ein gewonnenes Endspiel mit zwei Mehrbauern ab.


Fabiano Caruana

Erstmals in den Top-Ten

Hätte, wenn und aber. Ohne die Niederlage gegen Aronian wäre Fabiano Caruana nicht nur ungeschlagen geblieben. Er hätte damit definitiv um Platz eins mitgespielt. Aber mit dem geteilten zweiten Platz und einem Score von +3 in diesem Feld gelang dem 19-jährigen Italiener erneut ein beeindruckendes Turnier. In der aktuellen FIDE-Rangliste (Stand März 2012) kletterte Caruana mittlerweile auf Rang 7 nach oben! Und wie sein Sieg beim gerade beendeten Open in Reykjavik zeigt, geht es offenbar noch weiter...


Caruana,F - Giri,A
Stellung nach 16...f6

Die meisten seiner Punkte fuhr Caruana in den letzten Runden ein. Nach seinem Schwarzsieg gegen Topalov sei er hochmotiviert gewesen, seinen Score weiter nach oben zu schrauben, schreibt er zu Beginn seiner Analyse der Partie Caruana-Giri. Der junge Holländer wählte gegen Caruana Slawisch mit 4...a6 und erhielt nach der starken Neuerung 10...h5 eigentlich eine völlig zufriedenstellende Stellung. Doch Giri schien sich dennoch nicht wirklich wohl zu fühlen, und nach der "unnötigen" Festlegung 13...h4 folgte mit 16...f6 der entscheidende Fehler. Offensichtlich hatte er den überraschenden Einschlag 17.Lxa5 übersehen, und nach 17...Txa5 18.Sxc6 Ta8 19.Lxb5 erhielt Weiß drei bärenstarke Freibauern am Damenflügel, während das schwarze Läuferpaar am Königsflügel zum Zuschauen verdammt ist.


Radjabov,T - Navara,D
Stellung nach 12...De6

Teymour Radjabov blieb als einziger Spieler der A-Gruppe in Wijk ungeschlagen und belegte am Ende den geteilten zweiten Platz. Eine seiner drei Gewinnpartien hat sich der Aserbaidschaner zur Analyse auf der DVD ausgesucht. In Radjabov-Navara wählte er den Fianchetto-Aufbau gegen Grünfeldindisch. Navaras Plan, nach dem Abtausch 5...dxc4 die Diagonale a8-h1 mit dem Manöver Lc8-e6-d5 zu stopfen machte erst keinen schlechten Eindruck. Doch wie Radjabov in seiner Analyse anmerkt, ist es für Schwarz danach nicht einfach, Spiel für seine Figuren zu finden. Und in der Tat griff der Tscheche mit 12...De6 (Diagramm) nur kurze Zeit später fehl. Nach 13.Sg5 Dg4 14.e4 Dd1 15.Tfxd1 Lxc4 16.Txc4 war Radjabov "überrascht, dass das Endspiel nicht sofort gewonnen war". Doch es wurde noch eine richtige Partie, ehe Navara aufgrund eines taktischen Fehlers im 29. Zug aufgab.


Van Wely,L - Giri,A
Stellung nach 23...Tb7

Ein waschechtes Derby bekamen die Zuschauer in Runde 7 mit der Paarung Van Wely-Giri geboten. Van Wely, der in diesem Jahr nur zwei Niederlagen in Wijk einstecken musste aber auch keine Partie gewann, kommentiert das Duell der "Derby-Krieger" auf seine eigene, humorvolle Weise. Gegen seinen jungen Landsmann wählte der Routinier mit Trompowsky eine Überraschungswaffe, die in der Tat zu stechen schien. Die Diagrammstellung sieht für Schwarz alles andere als vielversprechend aus. Hier zog van Wely 34.e5 mit nachfolgendem Damentausch. Vielleicht nicht die beste Wahl, wie er in seiner Analyse einräumt. Doch auch so konnte er den Vorteil Schnitt für Schritt mehren - bis er im Endspiel mit Springer gegen Läufer in einen Konter lief, mit dem Giri das Remis erzwang. Spielen Sie die Partie mit den Kommentaren van Welys nach, und lassen Sie sich Giris Geniestreich in der Endspielrubrik von Karsten Müller im Video erläutern.
07.02.-15.02.2012


Mateusz Bartel
L
öste das Ticket
für Dortmund

Aeroflot Open (Moskau)

Das Aeroflot-Open in Moskau ist nicht nur traditionell eines der weltweit stärksten Offenen Turniere, eine Besonderheit ist zudem, dass sich der Sieger für das im Sommer stattfindende Superturnier in Dortmund qualifiziert und sich dort mit Kramnik & Co messen darf. In den letzten beiden Jahren trug sich Le Quang Liem in die Siegerliste ein. Dieses Mal landete der Vietnamese mit 4 aus 9 nur auf dem 56.Platz. Den Freiplatz für Dortmund erkämpfte sich gegen stärkste Konkurrenz Mateusz Bartel. Der Großmeister aus Polen landete mit 6,5 aus 9 zusammen mit Pavel Eljanov und Anton Korobov gemeinsam auf dem ersten Platz, wurde aber dank der besten Wertung zum Turniersieger erklärt. Zu den Geschlagenen im Felde gehörten u.a. Fabiano Caruana, Evgeny Tomashevsky, Evgeny Alekseev und Alexander Khalifman.


Bartel,M - Caruana,F
Stellung nach 10.cxd5

Der Turniersieger hat zwei seiner vier Gewinnpartien aus Moskau für Sie kommentiert. Dass Neuerungen in der Eröffnungstheorie mitunter auf kuriose Weise zustande kommen, erläutert er in seiner Analyse der Partie Bartel-Caruana. Im Slawen spielte der Pole nach 6.h3 Lh5 7.Db3 Dc7 die Neuerung 8.Sh4 in der Überzeugung, einer der derzeit populärsten Varianten zu folgen. Ein Irrtum, der sich aber keineswegs nachteilig auswirkte. Vielleicht trug er vielmehr zur Verunsicherung Caruanas bei, der in der Schlüsselstellung links laut Bartels Analyse nach 10....exd5 aufgrund des deplatzierten Springers auf b6 schon deutlich schlechter steht. Nach Öffnung der Stellung entschied Bartel die Partie bereits nach 21 Zügen mit dem Einschlag Lxg6 für sich (s. die Videopräsentation von Rogozenco oben).


Alexei Shirov: "Botvinnik-Variation is alive again"

Zu Beginn dieses 50-minütigen Videos blickt Alexei Shirov noch einmal auf die Mannschaftseuropameisterschaft 2011 zurück (s. CBMagazin 146), sowohl im Hinblick auf den deutschen Erfolg als auch auf das Abschneiden seiner spanischen Mannschaft. Von seinem eigenen Resultat zeigt sich Shirov wenig begeistert, dafür hatte es seine Schwarzpartie gegen Grischuk mit der Botvinnik-Variante in sich. Ausgehend von der Analyse dieser Partie entwickelt der Supergroßmeister in diesem Video eine ausführliche Zusammenstellung der aktuellen Entwicklungen in dieser scharfen Variante. Dabei geht er sowohl auf die Systeme mit 6.a4 (hier lautet die Empfehlung 6...b5) als auch 6.e4 ein und zeigt eine Reihe neuer Motive, aufgrund derer Shirov den Glauben an dieses System wiedergefunden hat.


Stellung nach 13...0-0
Daniel King berücksichtigt nun fünf mögliche Antworten, zwei davon erhalten die volle Punktzahl

Von der Eröffnungsfalle bis zur Endspielstudie

Training im ChessBase Magazin beginnt mit den allerersten Zügen und umfasst alle Phasen einer Schachpartie. Die aktuellen 13 Eröffnungsartikel mit vielen Ideen und Anregungen für Ihr Repertoire finden Sie auch oben bei den Links. Die Eröffnungsfalle von Rainer Knaak (inklusive Fritztrainer-Video) enthält diesmal eine Slawisch-Falle (D14). Im Videoformat sind auch die Eröffnungsbeiträge von Leonid Kritz (Albins Gegengambit) und Andrew Martin (Französisch) erstellt worden. Diese Videos finden Sie genau wie die Shirov-Partie in der Botvinnik-Variante in der Rubrik Eröffnungsvideos. Das Thema von Peter Wells in seiner Strategie-Kolumne lautet: "Harmonische Stellungen". In Daniel Kings Dauerbrenner Move by Move steht eine Anti-Grünfeld-Partie auf dem Trainingsplan (s. Diagramm). Und in den Rubriken Taktik (Thema: Diagonaldesaster) und Endspiel (Thema: Endspiele aus Wijk aan Zee) haben Oliver Reeh und Karsten Müller wieder das Beste aus der aktuellen Turnierpraxis für Sie zusammengestellt.

Eröffnungs-Übersichten

 

Marin: Königsindischer Torre-Angriff A48

1.d4 Sf6 2.Sf3 g6 3.Lg5 Lg7 4.Sbd2 0-0 5.c3 d6 6.e4 c5

 

Im 1. Teil seiner Serie zum königsindischen Torre-Angriff behandelt Mihail Marin den Vorstoß 6...c5 - nicht der einzige, aber der beliebteste schwarze Zug. Der Autor widmet auch dem unterschätzten 7.d5 einigen Raum, aber das Hauptthema ist 7.dxc5.

Krasenkow: Wolgagambit A57

1.d4 Sf6 2.c4 c5 3.d5 b5 4.Sf3

 

Weiß setzt auf schnelle Entwicklung statt auf Bauerngewinn und kann gemäß Michal Krasenkow auf einen kleinen Vorteil rechnen. 4...b4 5.a3!, 4...Lb7 5.Db3!? und 4...g6 5.Dc2 sind die Repertoire-Vorschläge des Autors.

Schipkov: Holländisch A96

1.d4 f5 2.c4 Sf6 3.Sf3 e6 4.g3 Le7 5.Lg2 0-0 6.0-0 d6 7.Sc3

 

Statt des Hauptzuges 7...De8 werden hier von Boris Schipkov Alternativen untersucht, von denen nur 7...a5 und 7...Se4 von einiger Bedeutung sind. Überraschenderweise ist es der Springerzug, gegen den Weiß keinen Vorteil herausholen kann.

Knaak: Nimzowitsch-Verteidigung B01

1.e4 Sc6 2.d4 d5 3.exd5 Dxd5 4.Sf3 e5

 

Das Schlagen auf d5 hat einen schlechten Ruf, aber die Praxis hat gezeigt, dass sich Schwarz auch dann um Ausgleich bemühen muss. Mit 4...e5 (statt des riskanteren 4...Lg4) sollte dieses Ziel aber recht sicher zu erreichen sein.

Schandorff: Caro-Kann B12

1.e4 c6 2.d4 d5 3.e5 Lf5 4.Sf3 e6 5.Le2 c5 6.Le3 cxd4 7.Sxd4 Se7 8.Sd2 Sbc6 9.S2f3

 

Das Urteil über diese Variante steht oder fällt mit der Beantwortung der Frage, wohin der Lf5 ziehen soll und wie die Stellung dann einzuschätzen ist. Schandorff sieht Weiß nach 9...Lg4 im Vorteil, dagegen zeigen die Analysen von 9...Le4 gleiches Spiel an.

Grivas: Sizilianisch B33

1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Db6 5.Sb3 Sf6 6.Sc3 e6 7.Ld3 d6 8.Le3 Dc7 9.f4 a6 10.Df3 Le7

 

Mit seinem Beitrag zu der Variante mit 10.Df3 schließt Efstratios Grivas seine Serie ab. In den kritischen Abspielen rochiert Weiß lang, während Schwarz am besten abwartet, wie sich das Spiel entwickeln wird.

Kritz: Sizilianisch B38

1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 g6 5.c4 Lg7 6.Le3 Sf6 7.Sc3 0-0 8.Le2 d6 9.0-0 Sd7 10.Dd2 cxd4 11.Lxd4 Lc6 12.f3

 

Leonid Kritz zeigt, wie man in der Hauptvariante des Maroczy-Systems am besten jegliches Gegenspiel von Schwarz verhindert, dann kommt der Vorteil fast wie von selbst. Allerdings hat Schwarz keine Schwächen und daher trotzdem gute Remischancen.

Moskalenko: Französisch C02
1.e4 e6 2.d4 d5 3.e5 c5 4.c3
Sc6 5.Sf3 Db6 6.a3 c4

 

Dieses Abspiel der Vorstoßvariante hatte in den letzten Jahren an Popularität eingebüßt - vielleicht wegen seines geschlossenen Charakters. Doch Moskalenko glaubt an den Zug 6...c4 und hält ihn für gleichwertig zu den Alternativen.

Kuzmin: Spanisch C70

1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 a6 4.La4 Sge7

 

Im zweiten Teil seines Beitrages zur Cozio-Variante untersucht Alexey Kuzmin die weißen Aufbauten mit c3 und d4. Eine neue Entwicklung besteht darin, dass die Weißspieler auf ...b5 mit Lc2 reagieren und somit vermeiden, dass nach ...Sa5 ein weiterer Läuferzug fällig wird.

Avrukh: Slawisch D10

1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sc3 dxc4 4.e3 b5 5.a4 b4 6.Se4 Dd5 7.Sg3 Sf6 8.Le2

 

Das ist eine wichtige Variante für den ganzen mit 3.Sc3 eingeleiteten Aufbau. Der Zug 8.Le2 beinhaltet die Idee 9.e4 Sxe4 10.Lf3 usw. Schwarz hat verschiedene Möglichkeiten sich darauf einzustellen, die von Boris Avrukh gründlich analysiert werden.

Postny: Damengambit D31

1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sc3 Le7 4.cxd5 exd5 5.Lf4 c6 6.e3 Lf5 7.g4 Le6

 

In diesem Abspiel der Abtauschvariante gibt es eine neue Entwicklung, die von Alexander Morozevich angestoßen wurde. Der Russe spielte 8.h4 Sd7 9.g5 h6 und nun das Bauernopfer 10.g6!?, was für Evgeny Postny Anlass war, die ganze Variante unter die Lupe zu nehmen.

Breutigam: Tarrasch-Verteidigung D32

1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sc3 c5

 

Im abschließenden Teil seines Schwarz-Repertoires mit der Tarrasch-Verteidigung untersucht Martin Breutigam Varianten, in denen Weiß e3 spielt - entweder nach vorherigem Lg5 bzw. Lf4 oder sofortiges e3, was zur Symmetrievariante führt.

Stohl: Damengambit D37
1.d4 d5 2.c4 e6 3.
Sc3 Le7 4.Lf4 Sf6

 

Während die Hauptvariante mit 5.Sf3 0-0 6.e3 Sbd7 weitergeht, untersucht Igor Stohl zwei abweichende Konzepte: einmal wird Sf3 zurückgestellt, und in einer anderen Variante wird stattdessen zunächst auf e3 verzichtet.

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