

Die Wiener Partie gehört zu den am meisten unterschätzten Eröffnungen im modernen Schach. Während Spanisch und Italienisch die Praxis auf höchstem Niveau dominieren, bietet die Wiener Partie reiches, kreatives Spiel mit deutlich weniger Theorieaufwand und großem praktischen Wert.
Kostenloses Videobeispiel: Introduction
Kostenloses Videobeispiel: 1: 1.e4 e5 2.Nc3 Nc6 3.f4 exf4 - Martin vs Adams
Dieser Kurs stellt drei Hauptansätze vor:
Systeme mit f2–f4 – aggressives Spiel im Stil des Königsgambits, jedoch mit zusätzlicher Flexibilität
Frühe Bc4-Varianten – solide Aufbauten mit langfristigem Druck (einschließlich der wilden Frankenstein–Dracula-Variante)
g3-Systeme – positionelle Kontrolle des Feldes d5 mit starkem Angriffspotenzial
Die Wiener Partie führt zu komplexen, originellen Mittelspielen und macht es für Gegner äußerst schwer, sich gezielt vorzubereiten.
Die Wiener Partie wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von einer Gruppe Wiener Schachspieler analysiert und von Wilhelm Steinitz (1836–1900), Jacques Mieses (1865–1954) und Rudolf Spielmann (1883–1942) oft in Turnieren angewandt. Weiß macht mit 2.Sc3 zunächst einen nützlichen Entwicklungszug, der im Gegensatz zu 2.Sf3 den f-Bauern nicht verstellt. Das verleiht seiner Aufstellung am Königsflügel mehr Flexibilität. Schwarz erwidert meist 2...Sc6 oder 2...Sf6, worauf sich für Weiß drei verschiedene Aufmarschpläne anbieten:
a) Verschärfung des Spiels mit 3.f2-f4;
b) Entwicklung mit Lc4 und d3. Den weiteren Aufbau passt er dem schwarzen Plan an;
c) Fianchetto des Königsläufers (g3, Lg2).